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Am 7. Dezember 2025 fand in Dortmund die Veranstaltung Das Recht, Rechte zu haben. Film und Podiumsdiskussion statt. Im Mittelpunkt stand der gleichnamige Kurzfilm, der im Rahmen der Kampagne „Pass(t) uns allen“ entstanden ist und sich mit fehlender politischer Mitbestimmung, Staatsangehörigkeit und struktureller Diskriminierung auseinandersetzt.
Nach einer Einführung wurde der 30-minütige Film gezeigt. Er macht anhand persönlicher Perspektiven von Aktivist:innen deutlich, was es bedeutet, in Deutschland zu leben, ohne über grundlegende politische Rechte zu verfügen – und welche historischen und gesellschaftlichen Strukturen diesen Ausschluss bis heute prägen. Dazu zählt etwa die Konzeption des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts, das auf dem Abstammungsprinzip basiert – das heißt, nicht wer hier geboren ist, sondern wer deutsche Eltern hat, ist Deutsch.
Im Anschluss an die Filmvorführung entwickelte sich eine lebendige Diskussion auf dem Podium und mit dem Publikum.
In Dortmund leben viele Roma, die als EU-Bürger:innen zwar formal ein kommunales Wahlrecht haben, dieses jedoch häufig nicht kennen oder nutzen. Diese fehlende Information ist Ausdruck struktureller Marginalisierung – während Roma im Wahlkampf zugleich immer wieder als Sündenböcke instrumentalisiert werden. Auch rassistische Angriffe auf Roma wurden thematisiert, etwa in Solingen, wo eine junge bulgarische Roma-Familie ihr Leben verlor.
Die Diskutierenden zeigten auf, wie struktureller Rassismus, fehlende Repräsentation und Ausschlüsse über Generationen hinweg wirken – und welche Folgen dies insbesondere in Flucht- und Bleiberechtskontexten hat.
Eine wichtige Rolle spielte zudem die Frauen- und Genderperspektive. Denn Mehrfachdiskriminierung wirkt sich massiv auf die Lebensrealitäten von Romnja aus. Die Frauen auf dem Podium haben entsprechend die Bedeutung von Empowerment-Arbeit, sicheren Räume und niedrigschwellige Bildungsangebote für die politische Selbstermächtigung betont.
Menschen aus dem Publikum berichteten, dass ihnen grundlegende Informationen zu Wahlrecht, Staatsangehörigkeit und politischer Beteiligung zuvor nicht bekannt waren. Die Veranstaltung machte damit sichtbar, wie groß der Informationsbedarf ist – insbesondere bei Menschen aus marginalisierten Communities. Und damit wurde ein weiteres Mal deutlich, dass der Film und die Diskussionen wichtige Empowerment- und Aufklärungsarbeit sowohl für die Mehrheitsbevölkerung als auch für migrantische Communities leistet.















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